Sicher wohnen, Stürze vermeiden - was bei Pflege zu Hause wirklich hilft
Stürze passieren selten aus Leichtsinn.
Meist passieren sie im Alltag. Im Bad. Im Flur.
Beim Aufstehen. Beim Umdrehen. Beim schnellen Gang zur Toilette.
Wenn Pflege zu Hause stattfindet, wird der Wohnraum plötzlich mitentscheidend.
Nicht als Komfortfrage, sondern als Sicherheitsfaktor.

Warum der Wohnraum so eine große Rolle spielt
Viele Sturzrisiken entstehen nicht durch Krankheit allein. Sondern durch die Umgebung. Schwellen. Rutschige Böden. Schlechte Beleuchtung. Enge Wege.
Was früher unauffällig war, wird mit nachlassender Mobilität schnell gefährlich.
Deshalb beginnt Sturzprophylaxe nicht mit Training oder Disziplin,
sondern mit einem Blick auf den Alltag.
Typische Sturzrisiken in der eigenen Wohnung
Stürze passieren oft an denselben Stellen. Nicht zufällig.
Häufige Risikobereiche sind:
- das Badezimmer
- Übergänge zwischen Räumen
- schlecht beleuchtete Wege
- lose Teppiche oder Kabel
- ungünstig platzierte Möbel
Auch Zeitdruck spielt eine Rolle. Zum Beispiel nachts oder beim schnellen Aufstehen.
Sturzprophylaxe bedeutet, diese Situationen zu erkennen und unnötige Risiken zu reduzieren.
Kleine Anpassungen mit großer Wirkung
Wohnraumanpassung muss nicht aufwändig sein. Oft reichen einfache Maßnahmen.
Bewährt haben sich zum Beispiel:
- Haltegriffe im Bad oder Flur
- rutschfeste Unterlagen
- gute, blendfreie Beleuchtung
- Entfernen von Stolperfallen
- klare, freie Wege
Auch Hilfsmittel wie Duschstühle oder Aufstehhilfen können Sicherheit schaffen und Pflege erleichtern. Wichtig ist nicht die Anzahl der Maßnahmen. Sondern ihre Passung zum Alltag.
Was häufig überschätzt wird
Nicht jede Lösung, die gut klingt, hilft wirklich.
Manche Anpassungen bringen wenig, wenn:
- sie nicht regelmäßig genutzt werden
- sie zusätzlichen Aufwand verursachen
- sie nicht zur Person passen
Auch rein technische Lösungen ersetzen keine gute Einschätzung der Situation.
Sturzprophylaxe funktioniert nicht nach Schema F.
Sie muss sich am Menschen orientieren, nicht an Katalogen.
Warum Wohnraumanpassung auch Angehörige schützt
Wohnraumanpassung dient nicht nur der pflegebedürftigen Person.
Sie entlastet auch die Angehörigen.
Denn Pflege findet im Raum statt:
- beim Transfer
- bei der Körperpflege
- bei Wegen durch die Wohnung
Ein sicher gestalteter Wohnraum:
- reduziert Stress
- erleichtert Pflegehandlungen
- senkt das Risiko für Unfälle
Sicherheit wirkt auf alle Beteiligten.
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Viele Angehörige sind unsicher, welche Anpassungen wirklich notwendig sind und womit sie anfangen sollen.
Eine Pflegeberatung kann helfen:
- Sturzrisiken realistisch einzuschätzen
- sinnvolle Maßnahmen zu priorisieren
- unnötige Veränderungen zu vermeiden
- Pflege zu Hause sicherer zu gestalten
Gerade im ambulanten Kontext ist es wichtig, Wohnraumanpassung und Sturzprophylaxe gemeinsam zu betrachten.




